Berichte

„Brannte nicht unser Herz?!“ - Religionspädagogische Fortbildungen der Fachstelle Kindertagesstätten im Kirchenkreis

Lissy WEidnereine Teilgruppe präsentiert ihr Arbeitsergebnis beim  Kurs in der Heimvolkshochschule Loccum„Brannte nicht unser Herz?!“ So lautete nicht nur der Titel unseres Workshops zu Passion und Ostern, sondern darum geht es insgesamt in den religionspädagogischen Fortbildungen in unserem Kirchenkreis: Selbst entdecken, wo ein biblischer Text, ein theologisches Thema oder die Frage eines Kindes nach Gott mein Herz brennen lassen – und dann gemeinsam entwickeln, wie ich das Kindern vermitteln und mit ihnen ins Gespräch kommen kann.

Seit August 2017 arbeitet Pastorin Lissy Weidner mit einer 50%-Stelle als religionspädagogische Referentin für die Kindertagesstätten in unserem Kirchenkreis. Nachdem sie in den Bereichen Krippe, Kindergarten und Hort hospitiert hat, starteten die ersten Fortbildungsangebote. Es gibt

  • Einführungstage für neue Kita-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • den obligatorischen religionspädagogischen Grundkurs in Zusammenarbeit mit Nicole Hein, stellv. Leitung und heilpädagogische Fachkraft in der Kita „Pusteblume“
  • regelmäßige Workshops, in denen religionspädagogische Themen wie oben beschrieben für die Kita erarbeitet werden,
  • Arbeit mit der Gebetssonne beim Workshop „Gott in der Krippe“Workshops zum „Leib & Seele stärken“, in denen wir uns Zeit nehmen für unsere eigene Spiritualität, wie z.B. Meditation oder Pilgern.

 

 

Workshop-Teilnehmende entwickeln in Kleingruppen einen Passions- und Osterweg für ihre Kita

Die Taufe in der Johanneskindertagesstätte in Neustadt

Die große BibelIm Februar haben wir eine tolle Projektwoche zum Thema Taufe veranstalte.  Im täglichen Bibeltreff haben wir mit Frau Pastorin Anna Wißmann zu verschiedenen Themen gearbeitet, dazu aus der Bibel gelesen und zum Wochenabschluß einen schönen Gottesdienst miteinander gefeiert.

Am ersten Tag drehte sich alles um unsere Namen: „Wie heißt du?“ Das fragen wir eigentlich immer als erstes, wenn wir jemanden kennenlernen wollen. Unser Name macht uns zu einer Person. Niemand will ja immer nur „hey, du da!“ genannt werden.

Wir haben einen Namen. Und Gott sagt: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ICH HABE DICH BEI DEINEM NAMEN GERUFEN, du bist mein!“(Jesaja 43,1)

Gott kennt uns mit unserem Namen. Er weiß, wer wir sind. Wir selber lernen das erst im Lauf unseres Lebens… Aber unseren Namen, den lernen wir als erstes. Unsere Eltern haben sich ja etwas dabei gedacht, als sie ihn für uns aussuchten.

„Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind!“ (Lukas-Evangelium 10,20)

NemensstempelDie Kinder haben passend dazu ihren Namen gestempelt oder die einzelnen Buchstaben aus der Zeitung ausgeschnitten.

Am zweiten Tag haben wir uns mit dem Wasser beschäftigt: Ohne Wasser gibt’s kein Leben. Deswegen passt es so gut zur Taufe. Denn: In der Taufe spricht Gott uns das Leben zu – hier und jetzt und später im Himmel! Und: In der Taufe wird all das abgewaschen, was uns von Gott trennt und von ihm fernhält. Deswegen brauchte man von Anfang an Wasser zur Taufe.

Auch Jesus selber wurde getauft – und die Geschichte dazu haben wir gehört. Passend zu dem Lied „Ins Wasser fällt ein Stein“ haben die Kinder experimentiert wie groß die Kreise tatsächlich werden.

Am dritten Tag drehte sich alles um ein weiteres wichtiges Symbol bei der Taufe: Das Licht – wir zünden bei jeder Taufe eine Taufkerze an, die das Taufkind mit nach Hause nehmen darf, und die immer an diesen großen Tag erinnern soll.

Warum das Licht so wichtig ist? Jesus Christus selber hat gesagt: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.  (Joh 8,12)

Die Taufkerze erinnert die Christen daran, dass sie durch ihre Taufe zu Jesus Christus gehören. Und wo wir daran denken, wird es hell in uns. Denn wir wissen: Gott liebt uns! Sein Sohn Jesus hat für uns gelebt und uns gezeigt, wie das Leben gelingen kann. Indem wir voller Liebe und Vertrauen leben! Und er ist für uns gestorben und auferstanden, damit wir daran glauben können, dass wir nach unserem Tod auch auferstehen zum ewigen Leben mit ihm!

Deswegen können wir unser Leben im Vertrauen auf Gott leben. Und dann wird durch uns mehr Licht in diese Welt kommen! Wenn wir voller Freude und Hoffnung, voller Glauben und voller Liebe leben – dann wird Gottes Licht durch uns hindurch scheinen, und die Welt wird heller um uns. Und deswegen hat Jesus zu allen Menschen, die ihm zuhörten, gesagt:

Ihr seid das Licht der Welt. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.  (Matthäus-Evangelium, Kapitel 5, Vers 14+16)

In dem Abschlussgottesdienst stand im Altarraum der große Fisch, zu dem jedes Kind und jeder Große eine ganz individuelle Schuppe gestaltet hat – denn: Wir gehören alle zusammen!

Und als Erinnerung an das Projekt hat jedes Kind einen Teelichthalter mit seinem selbstgestalteten Kreuz, seinem Namen, seinem Taufdatum und Taufspruch, bzw. Geburtsdatum mit nach Hause bekommen.

Religionspädagogischer Fachtag in Loccum

Der ev. Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf hat am 14.7.2015 seinen dritten rel. päd. Fachtag für seine 10 ev. Kindertagesstätten in der Akademie Loccum durchgeführt.

Am Beginn stand die Begrüßung von Frau Brückner als päd. Leitung, daran folgte eine Andacht, gehalten von Herrn Sup.Hagen.

Frau Kunze-Beiküfner, Theologin und Dozentin am PTI Drübeck hielt das Eingangsreferat mit dem Thema: „Das Kind im Mittelpunkt religionspädagogischer Arbeit“

Im Laufe des Vormittages arbeiteten die päd. Mitarbeiter/innen in 7 Workshops zu den Themen:

  • Theologisieren mit Kindern
  • Spüren was geschieht – Bibelgeschichten als Rückengeschichten
  • Kind und Familie – veränderte Familienstruktur
  • Beten und segnen im Alltag
  • Abraham – eine Geschichte vom Segen, die Kinder stark macht
  • Was singen wir?
  • Religiöse Bildung in der Krippe

Nach der Mittagspause wurde in den eigenen Kita- Teams zu dem Thema gearbeitet, ausgetauscht und geplant.

Alle sind gestärkt, glücklich und motiviert am späten Nachmittag nach dem Reisesegen nach Hause gefahren.

17 Erzieherinnen erlebten z.B. in dem Workshop „Spüren, was geschieht“ mit Lissy Weidner vom RPI Loccum, wie biblische Geschichten als Rückengeschichten erzählt und gespürt werden können. Während der langsamen Erzählung spiegeln Bewegungen mit den Händen auf dem Rücken der Partnerin die jeweilige Bewegung und Grundstimmung eines Bibeltextes wider; zur Wahrnehmung über den Hörsinn kommt die über den Spürsinn hinzu. Dass diese Art zu erzählen sich auch gut für Kinder mit Einschränkungen in der Wahrnehmung eignet, wurde schnell deutlich, zumal eine Geschichte auch immer zweimal erzählt werden muss, damit jedes Kind einmal in den Genuss des Spürens kommt.

Doch auch die erwachsenen Fachkräfte stellten fest, wie ein spürendes Hören die Konzentration verändert und die emotionale Ebene eines Bibeltextes zum Klingen bringen kann. Vier verschiedene Erzählvorschläge für Kinder von der Krippe bis zum Hort nahmen sie mit nach Hause.